Was nach der Weinpresse übrig bleibt, ist kein Abfall. In den Händen eines guten Brenners wird aus Trester ein Destillat von erstaunlicher Qualität.
Trester, Marc und Grappa — was ist der Unterschied?
Trester / Tresterbrand
DeutschlandBasis: Pressrückstand (Schalen, Kerne, Stiele)
Kräftig, würzig, oft mit intensivem Traubencharakter. Traditionell in Rheingau und Mosel.
Marc
FrankreichBasis: Pressrückstand
Französische Bezeichnung für denselben Destillationstyp. Marc de Bourgogne ist der bekannteste.
Grappa
ItalienBasis: Trester (Vinaccia)
Italiens Antwort — von rustikal-brennend bis hochfein und sortenrein. DOC geschützt.
Weinbrand
DeutschlandBasis: Wein (nicht Trester)
Aus vergorenem Wein destilliert, nicht aus Pressrückständen. Milder, runder. Asbach Uralt ist das bekannteste Beispiel.
Weinbrand aus dem Rheingau
Der bekannteste Rheingau-Bezug beim Weinbrand: Asbach Uralt — Deutschlands älteste Weinbrand-Marke, 1892 in Rüdesheim am Rhein gegründet. Asbach wird heute noch in Rüdesheim produziert, aus Weinen verschiedener europäischer Anbaugebiete in Kupferbrennblasen destilliert und in kleinen Limousin-Eichenfässern gereift.
Daneben gibt es eine Handvoll kleiner Rheingauer Destillerien, die sortenreine Tresterbrände aus Riesling oder Spätburgunder brennen — meist in sehr kleinen Mengen, nur ab Hof erhältlich.
Riesling-Tresterbrand — der Geheimtipp
Ein sortenreiner Riesling-Tresterbrand aus dem Rheingau ist selten und einzigartig: Die typischen Riesling-Aromen — Zitrus, Pfirsich, Mineralik — kommen im Destillat konzentriert zum Vorschein. Kalt getrunken (ca. 16–18 °C) als Digestif nach einem guten Rheingauer Essen ist das ein unvergessliches Erlebnis.