Johannisberg ist kein Dorf im üblichen Sinne. Es ist ein Hügel, ein Schloss und 50 Hektar Riesling — und hinter jedem dieser drei Dinge steckt mehr Geschichte als in den meisten ganzen Städten.
Die Monopollage
Das gesamte Johannisberg gehört einem einzigen Weingut: Schloss Johannisberg. 50 Hektar Riesling, keine Fremdbesitzer, kein Parzellenmix. Was hier wächst, kommt nur von hier. Das nennt man Monopollage — und im deutschen Weinbau gibt es davon nur eine Handvoll. Die Konsequenz: der Wein kann nicht lügen. Er spiegelt nur eine Lage, ein Klima, eine Entscheidung des Winzers.
Die Erfindung der Spätlese
Im Jahr 1775 kam der Erntebote aus Fulda zu spät — der Fürstbischof, dem das Schloss damals gehörte, musste den Beginn der Lese bestätigen. Als er endlich ankam, hatten die Trauben Botrytis — die Edelfäule. Der Kellermeister erntete sie trotzdem. Das Ergebnis war ein Wein von ungewöhnlicher Süße und Tiefe. Die Spätlese war geboren. Eine der folgenreichsten Zufälle der Weingeschichte.
Schloss und Weingut heute
Schloss Johannisberg gehört seit 1816 der Familie Metternich, heute verwaltet von der Familie Mumm. Die Weine tragen Capsules in verschiedenen Farben — jede Farbe steht für eine Prädikatsstufe. Besichtigungen, Weinproben im Gutsausschank und die spektakuläre Terrasse mit Blick über den Rheingau bis Frankfurt machen Johannisberg zu einem Pflichtbesuch.
Das Weingut
Schloss Johannisberg
Seit über 1.200 Jahren wird auf dem Johannisberg Wein angebaut. VDP.Grosse Lage. 100% Riesling. Besuche, Weinproben und der Gutsausschank sind von Frühling bis Herbst geöffnet.
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