Geschichte: Geburt 1999
Das Rheingauer Erste Gewächs wurde 1999 von der Charta der Rheingauer Weingüter eingeführt — lange bevor der bundesweite VDP sein GG-System etablierte. Es war eine regionale Initiative, trockene Spitzenweine aus klassifizierten Lagen klar zu kennzeichnen und von einfacheren Qualitäten abzugrenzen.
Qualitätsregeln
Nur handgeerntete Trauben aus klassifizierten Lagen. Mindestens Spätlesegewicht. Maximaler Ertrag: 50 hl/ha. Trockener Ausbau (unter 12 g/l Restzucker). Abgefüllt frühestens am 1. September des Folgejahres. Sensorische und analytische Prüfung durch eine unabhängige Kommission.
Vs. Grosses Gewächs
Seit der VDP-Einführung des Großen Gewächses gibt es im Rheingau beide Bezeichnungen parallel. Viele VDP-Mitglieder nutzen "Grosses Gewächs" (GG), während andere weiterhin "Erstes Gewächs" (EG) verwenden. Qualitativ gleichwertig — politisch und historisch unterschiedlich positioniert.
Charakter
Erstes Gewächs-Weine sind die Visitenkarte ihres Weinguts und ihrer Lage. Sie sind trocken, meist mit 13–14% Alkohol, mineral und tief. Junge EGs sind oft noch verschlossen — erst nach 5–10 Jahren zeigen sie ihre volle Persönlichkeit. Klassische Begleiter zu Fisch, Geflügel, Kalbfleisch.